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1890/91 |
Das alte Backsteingebäude zwischen
Prinzenallee und Panke sowie das Vorderhaus Nr. 58 wurde 1890/91
von den Brüder Richard und Max Gattel erbaut. Die Familie
Gattel war eine alteingessessene jüdische Berliner Familie. |
1891
bis 1932 |
Im hinteren T eil des Gebäudekomplexes
war die Hutfabrik, in der 175 Arbeiter und Arbeiterinnen in Lohn
und Brot standen. In der Fabrik wurden Herrenhüte hergestellt.
Gattel-Hüte waren damals eine sehr bekannte Marke.
Im Vorderhaus lebten die Familien Gattel. Damals gab es zur Panke
hin noch mehr Hallen und am Vorderhaus hing ein Seitenflügel,
in dem sich Wohnungen für die ArbeiterInnen befanden. |
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Späte 20er Jahre |
Während der Weltwirtschaftskrise
kamen auch die Gattels in finanzielle Schwierigkeiten und die
Hutfabrik ging in Konkurs. Nachdem das ganze Anwesen unter Zwangsverwaltung
gestellt wurde, zogen 1932 die Familien Gattel weg. |
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1942 |
Im Zuge der Arisierung wurde den
Gattels später unter den Nazis der Rest des gesamten verbliebenen
Besitzes weggenommen. Die beiden Familien Gattel wurden deportiert
und umgebracht. Die beiden Töchter konnten rechtzeitig aus
Deutschland fliehen und überlebten den Holocaust. Die Tochter
von Anneliese und Max Gattel, Anni Wolff lebt heute in Israel
und besucht immer noch manchmal das Haus ihrer Kindheit und Jugend. |
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ab 1932 |
Die oberen drei Etagen des 4-stöckigen
Fabrikgebäudes wurden in Wohnraum umgebaut und es entstanden
sogenannte Kleinstwohnungen mit Heizung, Warmwasser
und Innenklo. Sie blieben bis in die Mitte der 70er Jahre auch
so erhalten. Im Erdgeschoß arbeitete die Dampfwäscherei
Michelund eine geraume Zeit ein Eiergroßhandel. |
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1940 |
1940 wurde die Fabrik an die mittlerweile
auch arisierten Kempinski-Hotels verkauft. Sie unterhielten
in Keller und Erdgeschoß einen Wäschereibetrieb. |
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1977 ...... |
Es war allgemeine Wohnungsnot und
die "große Zeit" der Wohnungsspekulanten. Das
Anwesen wurde verkauft und die neuen Eigentümer wollten das
ehemalige Fabrikgebäude entmieten und abreissen. Leer werdende
Wohnungen wurden nicht mehr vermietet und das Haus systematisch
vernachlässigt. Seit 1981 wurde das Gebäude im Auftrag
der Hausverwaltung von einer Wachschutzfirma überwacht. Zu
diesem Zeitpunkt stand die Mehrzahl der Wohnungen bereits leer. |
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1981 |
Als Reaktion auf Leerstand, Wohnungsnot
und Spekulantentum entstand in den achziger Jahren die Hausbesetzerbewegung.
Mit Hilfe der verbliebenen Hausbewohnerinnen wurde die alte Backsteinfabrik
1981 von einer Gruppe von Leuten instandbesetzt.
Die PA 58 war das 100. besetzte Haus in West-Berlin. |
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Die Zeit danach |
Die Besetzerinnen begannen sofort
das Haus zu sanieren, zu renovieren, und auch umzubauen. |
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Das Ziel |
Ziel war, die Wohnetagen zu größeren
Wohnungen für gemeinschaftliches Wohnen umzubauen und im
Erdgeschoss soziale und kulturelle Projekte anzusiedeln. Es sollte
dort ein Kieztreffpunkt entstehen, wo die Leute sich gegenseitig
helfen und austauschen können ein Kieztreffpunkt nicht
nur für die, die im Haus wohnen, sondern für die gesamte
Nachbarschaft. |
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1983 |
Zu dem Zweck ist 1983 der Verein
Nachbarschaftshaus Prinzenallee gegründet worden, der bis
2008 die Arbeit des Nachbarschaftshauses trug. |
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und heute |
Inzwischen ist das alteFabrikgebäude
eine Wohnungsgenossenschaft, also ein bisschen anderes
Wohnhaus, dass neben Wohnraum für ungefähr 85 Leute
auch dem Kiez eine ganze Menge zu bieten hat. |