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2. Das Tauschprinzip

Wie soll das ohne Geld funktionieren?

Da es sich um einen Tausch im Ring handelt, ist eine Verrechnungseinheit notwendig. Bei dieser ’Einheit’ handelt es sich um eine Zeitwert-Einheit, die hier Prinzen genannt wird. Somit wird der Wert einer erbrachten Leistung nicht nach dem üblichen Marktwert definiert, sondern richtet sich nach der jeweils aufgebrachten Zeit: Bsp.: 20 Prinzen = 1 Stunde.

Jede Leistung bzw. Fähigkeit ist gleich wichtig, weshalb jede Fähigkeit den selben Wert hat. Der Wert liegt in der Zeit, die für eine Arbeit benötigt wird. Keiner sollte sich von den Begriffen Leistung oder Fähigkeit abschrecken lassen, da jede Art der Tätigkeit darunter verstanden werden soll, auch wenn diese in der Marktwirtschaft vielleicht nicht als solche akzeptiert wird.

Für jede geleistete Arbeit bekommt man eine Gutschrift auf sein Konto, welches im PRINZEN-TAUSCHRING-Büro geführt wird. Außerdem bekommen alle TeilnehmerInnen ein Tauschquittungsheft, in dem die erhaltene Leistung quittiert werden muss. D.h.: Für eine Stunde Zeit bekommt die Person, die eine Arbeit leistet, 20 Prinzen gutgeschrieben. Der Person hingegen, die diese Leistung in Anspruch genommen hat, werden 20 Prinzen abgezogen. Diese Prinzen kann man dann an anderer Stelle wieder einlösen bzw. ableisten.

Das Entscheidende ist hier nicht der unmittelbar gegenseitige Tausch, sondern dass man seinen Bedarf bzw. seine Leistung an geeigneter Stelle einbringen oder einlösen kann.

 

Zum besseren Verständnis ...

... ein praktisches Beispiel:

Ganz einfach: Patrik, der für Nermis Party drei Stunden für das Buffet kocht, bekommt 60 Prinzen auf seinem Konto gutgeschrieben. Nermi hatte sowieso noch 40 Prinzen übrig, weil sie mal für zwei Stunden Aishes Kinder gehütet hatte. Dadurch ist sie jetzt nur 20 Prinzen im Minus. Rachel braucht jemand fürs Fenster streichen, wobei ihr Nermi jetzt hilft, da sie ja sowieso noch 20 Prinzen Miese auf ihrem Konto hat. Da das Fenster streichen allerdings 5 Stunden dauert, ist sie bereits wieder 80 Prinzen im Plus. Rachel hilft Patrik dafür beim installieren einer neuen Software, wodurch sie ihr Konto wieder ausgleichen kann.

Das persönliche Konto sollte nicht mehr als 400 Prinzen überzogen bzw. unterzogen werden, damit immer ein gewisses Gleichgewicht innerhalb des Tauschrings beibehalten werden kann.

 

Was habe ICH davon?

Niemand kann alles und deshalb brauchen wir alle hin und wieder mal irgend eine Art von Hilfestellung bzw. Unterstützung im alltäglichen Leben. Und nicht für alles, was wir brauchen oder mal ausprobieren wollen, gibt es in unserem Bekannten- und Freundeskreis jemanden, der diese Hilfestellung leisten kann oder im richtigen Moment Zeit dafür hat.

Nicht jede Leistung bzw. Hilfestellung und jedes Vergnügen muss Geld kosten.

Es gibt eine Menge Dinge, die man selbst gerne tut und die andere dringend brauchen, ohne sie gleich zum Beruf machen zu wollen.

  • Im Tauschring Leistungen auszutauschen heißt, freiwillig Tätigkeiten für andere Mitbürger zu leisten – ohne Geld –, dies aber trotzdem nicht unentgeltlich, nicht ehrenamtlich und nicht umsonst zu tun. Der Tauschring funktioniert nach dem Prinzip einer Balance zwischen Geben und Nehmen.
  • Die Möglichkeit, Fähigkeiten und Stärken auszuprobieren und zu fördern, in dem sie von anderen gebraucht werden. Dadurch kann Schwellenangst und Misstrauen, Isolation und Anonymität abgebaut werden.
  • Manche Arbeiten oder Vergnügungen machen einfach mehr Spaß, wenn man sie mit anderen teilen kann.

 

 

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