Jugendliche können auch anders…
Jugendliche heutzutage sind faul, desinteressiert und engagieren
sich nicht. Das ist die gängige Vorstellung vieler älterer
Menschen.
Das Projekt Going Social, dessen Träger das Nachbarschaftshaus
Prinzenallee e.V. in Kooperation mit der NachbarschaftsEtage
Fabrik Osloer Straße ist, möchte solchen Stereotypen
entgegenwirken und zeigt, das sich Berliner Jugendliche sehr
wohl für ihre Umwelt interessieren und engagieren. Unter
dem Motto „Going social“ erhalten Jugendliche im
Berliner Bezirk Wedding die Möglichkeit, in sozialen Einrichtungen
in ihrer Nachbarschaft aktiv zu werden. Die Jugendlichen handeln
dabei eigenverantwortlich, erproben ihre Fähigkeiten und
erweitern ihre sozialen Kompetenzen. Zuverlässigkeit, Einfühlungsvermögen
in die Lebenssituationen unterschiedlicher Kulturen oder Generationen
sowie Teamfähigkeit rücken hierbei in den Fokus.
Die 16-jährige Marlitt engagiert sich seit zwei Jahren
im Verein Menschen helfen Menschen in & um Berlin. Sie hilft
beim Sortieren und Austeilen von Lebensmitteln und Kleidung
an sozial benachteiligte und hilfebedürftige Menschen.
Durch die Kooperation des Projekts Going Social mit Marlitts
Schule, einer Schule mit Förderschwerpunkt Lernen, fand
sie diese Einrichtung. Eigentlich wollte sie immer in einem
Kindergarten arbeiten. Aber nun gefalle es ihr bei Menschen
helfen Menschen in & um Berlin so gut, dass sie auch nach
Beendigung der Betreuung durch Going Social weiter Menschen
in Not helfen und die Leiterin Sabine Schmiele und ihre Mitarbeiter
unterstützen möchte. Als Dankeschön gibt der
Verein Marlitt nach ihrem Einsatz oftmals Lebensmittel mit nach
Hause. Auch Marlitt und ihre Mutter schätzen diese Geste,
da Marlitts Mutter aufgrund körperlicher Beschwerden nicht
mehr arbeiten kann.
Marlitt erhält den Ehrenamtspreis 2009 für Berlin Mitte. Lesen
Sie hierzu die Pressemitteilung
als PDF-Datei.
Auch der 17-jährige Anil engagiert sich seit über
einem Jahr im Weddinger Kindergarten des Vereins Putte e.V.
Anil, der die dieselbe Schule besucht wie Marlitt, spricht mit
den vier bis fünf jährigen Kindern sowohl Deutsch
als auch seine beiden Muttersprachen Türkisch und Griechisch.
Jeden Dienstag begleitet er die Gruppe zum Sport und unterstützt
die Erzieher in ihrer Arbeit. Sein Ziel sei es, den Kindern
ein gutes Benehmen und Respekt gegenüber anderen beizubringen.
Aufgrund seiner guten Erfahrungen im Kindergarten möchte
Anil Erzieher werden. Denn mit den Kindern verstehe er sich
gut. Nur leider komme er nicht immer pünktlich in die Schule
und verschlafe regelmäßig. Aber er müsse sich
jetzt anstrengen, so Anils Fazit.
Hanna-Ruth Metzger und Ricarda Wolter vom Team Going Social
sowie der Betreuungslehrer der Schule begleiten Marlitt, Anil
und ihre Mitschüler seit dem Sommer 2007. Durch das Engagement
werden die verborgenen Talente der Jugendlichen sichtbar. Sie
erfahren Anerkennung und Wertschätzung. Häufig auch
zur Überraschung der Lehrer erleben sie motivierte und
engagierte Jugendliche, die Spaß an ihrer Arbeit haben
und zudem tagtäglich Neues dazu lernen. |